Aus f&uumlr; die Laus

Resistenz bedeutet nicht unwirksam!

Sind Kopfläuse resistent gegen Läusemittel? Über diese Frage spekulieren neuerdings Wissenschaftler der Universität Kiel. In einer Laboruntersuchung wiesen sie bei 67 Kopfläusen eine bestimmte Genmutation nach. Die Veränderung im Erbgut soll die Parasiten möglicherweise unempfindlicher machen gegen insektizide Wirkstoffe wie Pyrethrum, Permethrin und Allethrin.

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Knock-Down-Resistenz

Diese insektiziden Wirkstoffe haben eine Doppelwirkung. Zunächst paralysieren sie die Läuse ("Knock-Down-Effekt"). Dabei kommt es zur Lähmung ihrer Atemmuskulatur, sodass sie kein Blut mehr saugen können und schließlich absterben ("Kill-Effekt").

Durch die genetische Mutation tritt der Knock-Down-Effekt der Läusemittel verzögert ein, das heißt die Parasiten bleiben länger als üblich bewegungsfähig. Den Kill-Effekt beeinträchtigt sie dagegen wohl eher nicht. Bisherige Untersuchungen zeigen nämlich, dass bei den meisten der Patienten, deren Läuse die Mutation aufwiesen und die mit einem Insektizid behandelt wurden, am Ende der Behandlung keine Kopfläuse mehr auffindbar waren.

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Behördlich geprüft und anerkannt

In Deutschland gelten insektizide Wirkstoffe gegen Kopflausbefall bislang als sehr gut wirksam. Ihre therapeutische Qualität ist gemäß den Anforderungen des Infektionsschutzgesetzes durch das Umweltbundesamt sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung geprüft und durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit anerkannt. Neben der Gesundheits- und Umweltverträglichkeit stellt das behördliche Prüfverfahren fest, ob die jeweiligen Mittel gegen Kopfläuse wirken und diese nachhaltig tilgen. Das Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass Wirkungsverluste aufgrund von Resistenzen in Deutschland bislang nur vereinzelt vorkommen.

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Kopflausmittel werden oft falsch angewendet

Das ist auch die Sichtweise der meisten Ärzte. Zwar bestätigen sie in einer Umfrage des Forschungsinstituts INSIGHT Health aus dem Jahre 2008, dass Kopfläuse die Therapie in Einzelfällen überleben können. Gleichwohl glauben sie nicht, dass vorwiegend Resistenzen der Grund für eine allgemeine Zunahme von Kopflausbefall in Deutschland sind. Ausschlaggebend für eine Zunahme sind nach Ansicht der meisten Ärzte vielmehr der Verzicht auf behördlich anerkannte Kopflausmittel beziehungsweise deren fehlerhafte Anwendung. Fehler bei der Anwendung wie zum Beispiel ein Unterschreiten der Einwirkzeit oder der Verzicht auf eine Wiederholungsbehandlung sind weit verbreitet. Nach einer Studie der Universität Kiel im Herbst 2009 verwenden nicht einmal zwei Drittel der Betroffenen das jeweilige Kopflausmittel nach Vorschrift.

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Resistenzen vor allem im Ausland verbreitet

Gleichwohl mahnt das Robert-Koch-Institut zur Vorsicht, da Resistenzen insbesondere gegen synthetisch hergestellte insektizide Wirkstoffe weltweit bereits mehrfach nachgewiesen wurden, zum Beispiel in Dänemark, Frankreich, England, Israel, Südamerika sowie den USA. Resistenzen gegen den natürlichen Chrysanthemen-Wirkstoff Pyrethrum sind dagegen kaum verbreitet.

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Pyrethrum-Resistenzen eher selten

Der natürliche Chrysanthemenextrakt gilt als wenig resistenzselektiv. Einer der Gründe ist sein spezifisches, von synthetischen Insektiziden abweichendes Wirkstoffprofil sowie seine Arzneimittel-Formulierung.

Pyrethrum besteht aus sechs wirksamen Bestandteilen mit unterschiedlicher chemischer Struktur, die unabhängig voneinander die Laus schädigen. Betrifft die genetische Mutation lediglich die paralysierenden Wirkstoffkomponenten (Knock-Down-Effekt), beeinflusst dies nicht zwangsläufig die Aktivität anderer Bestandteile, die primär für den Kill-Effekt verantwortlich sind.

Darüber hinaus wird Pyrethrum in Arzneimittelform mit dem Hilfsstoff Piperonylbutoxid kombiniert. Dieser sogenannte Synergist verstärkt die Knock-Down- und Killwirkung, indem er vor allem den enzymatischen Abbau der Insektizide im Lausorganismus verhindert. Auf diese Weise wird die klinische Wirksamkeit von Pyrethrum um ein Vielfaches gesteigert. Piperonylbutoxid gilt deshalb auch als verlässlicher Resistenzbrecher, selbst bei bereits vorliegenden Resistenzen.

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Pyrethrum auch bei bestehender Resistenz wirksam

Dass Pyrethrum auch bei bestehenden, durch Genmutation hervorgerufenen Resistenzen klinisch wirksam ist, belegen auch Daten aus einer aktuellen französischen Studie mit resistenten Malariamücken. Zwar trat der Kill-Effekt zeitverzögert ein, erreichte aber mit 90 Prozent ein klinisch relevantes Ausmaß. In der Malaria-Prophylaxe wird Pyrethrum deshalb bereits als wirksame Alternative diskutiert, falls die Überträger-Mücken durch genetische Mutation unempfindlich gegen synthetische Wirkstoffe werden.

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Weiterführende Informationen

Die Eduard Gerlach GmbH, Hersteller von Goldgeist forte mit dem Wirkstoff Pyrethrumextrakt, hat zur Frage der Resistenzbildung bei insektiziden Wirkstoffen eine ausführliche Stellungnahme herausgegeben. Den Text können Sie hier downloaden.

Stellungnahme als PDF downloaden (Größe: 0,23 MB)

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Pflichtangaben gemäß § 4 HWG:

Goldgeist forte

Wirkstoff: Pyrethrumextrakt

Zur schnellen und gründlichen Vernichtung von Läusen und ihren Nissen. Kopfläuse - Filzläuse - Kleiderläuse. Enthält Chlorocresol. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker.

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